Das A und O jeder Lymphstauungsbehandlung ist eine entstauende Maßnahme durch die Manuelle Lymphdrainage. Sie heißt bewusst nicht „Lymphmassage“, denn die Vorstellung, man könne Wasser einfach wegmassieren, ist falsch. Das Wort Drainage beschreibt – ähnlich wie bei einem Sumpf – die Trockenlegung eines Gebietes.
Die Manuelle Lymphdrainage ist eine sehr sanfte, geringfügig drückende Anwendung mit teils kreisenden Handbewegungen. Sie regt die Lymphwege von Kopf bis Peripherie an, schneller zu arbeiten. Die Lymphbahnen haben eine eigene Muskulatur, deren schnelleres Zusammenziehen sich durch äußere Maßnahmen anstoßen lässt.
Zunächst wird die gesunde Körperregion angeregt, erst danach – fast zum Schluss – die befallene Partie behandelt, indem die Flüssigkeit in ein bereits vorbereitetes Gebiet bewegt wird. Manche Patienten sind überrascht, dass die Behandlung am Hals (Basisbehandlung) beginnt und nicht sofort an der betroffenen Stelle.
Erstaunlich ist immer wieder, in welchem Umfang Flüssigkeit aufgenommen und ausgeschieden wird – Gewichtsverluste von mehreren Kilo sind möglich. Wird ein Lymphödem frühzeitig entdeckt, reichen anfangs meist 15 bis 20 ambulante Behandlungen; der Erfolg ist z. B. am Bein durch Umfangmessung ablesbar. Ein- bis zweimal jährlich wird die Behandlung in der Regel wiederholt.


